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»Riot from Wrong« – Ein Film über die Londoner Unruhen
 


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Eineinhalb Jahre sind vergangen, seit es in London gebrannt hatte, vier Tage und Nächte lang, in denen es zu heftigen Krawallen, Plünderungen und Brandschatzungen kam. Nach der Erschiessung eines 29jährigen Familienvaters im Nordlondoner Stadtteil Tottenham durch die Polizei hat sich die lange angestaute Wut über rassistische Polizeikontrollen, Armut und zunehmende Perspektivenlosigkeit mit einer Heftigkeit entladen, die so die Wenigsten erwartet hatten. Natürlich wurde alles entpolitisiert: die krawallierenden Jugendlichen seien Kriminelle; es gäbe da nichts zu verstehen, sondern nur mit aller Härte der Repression durchzugreifen. Darin waren sich fast alle einig: Politiker_innen von den Konservativen und der Labour Party, die Polizei sowieso, die führenden Medien, die grossen Teile der englischen Bevölkerung.

Ein Dokumentarfilm lässt nun andere Stimmen zu Wort kommen, Stimmen von Menschen, denen bislang kaum jemand zuhören wollte, und die doch vielleicht am meisten zu den Ereignissen zu sagen haben. In »Riot from Wrong« haben eine Gruppe Jugendlicher – die meisten davon Filmamateure – unter der Leitung von Ted Nygh Interviews geführt mit Leuten aus den Quartieren, in denen die Unruhen getobt hatten. Es wird gefragt nach Ursachen und vor allem danach, was sich ändern muss. Der Film gibt den Ereignissen des Augusts 2011 die politisch-gesellschaftliche Dimension zurück, welche die polizeiliche und juristische Kriminalisierung (gegen die Verzeigten wurden völlig absurd lange Haftstrafen ausgesprochen) sowie die mediale Dämonisierung der damaligen meist jugendlichen Akteur_innen möglichst unter den Teppich zu kehren versucht haben.

 

Ein längerer Artikel zum Film findet sich in der Zürcher Wochen Zeitung (WoZ).

 

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